Vorladung wegen Nachstellung § 238 StGB

Post von der Polizei wegen Nachstellung oder Stalking erhalten? Bewahren Sie Ruhe – und machen Sie jetzt keine Aussage.

Ein Vorwurf der Nachstellung trifft Beschuldigte meist unerwartet und löst erhebliche Existenzängste aus – gerade weil solche Verfahren häufig aus einer gescheiterten Beziehung oder einem Sorgerechtsstreit heraus entstehen. Kontaktieren Sie mich, bevor Sie irgendetwas unternehmen. Als Fachanwältin für Strafrecht berate ich Sie diskret, empathisch und mit vollem Einsatz für Ihre Verteidigung.

Nehmen Sie jetzt Kontakt auf 030 / 25 78 51 11 oder per WhatsApp: 493025785111.

Die 3 wichtigsten Regeln, wenn Sie Post wegen Stalking erhalten haben

1. Keine Aussage bei der Polizei. Sie müssen einer polizeilichen Vorladung als Beschuldigter nicht folgen und sind nicht verpflichtet, sich zu äußern. Nutzen Sie Ihr Schweigerecht konsequent.

2. Absolutes Kontaktverbot zur angeblich betroffenen Person. Versuchen Sie unter keinen Umständen, die Angelegenheit selbst zu klären, indem Sie die anzeigende Person anschreiben, anrufen oder um ein Gespräch bitten. Ein solcher Kontaktversuch wird in der Praxis häufig als Fortsetzung der vorgeworfenen Nachstellung gewertet und kann Ihre Situation erheblich verschlechtern.

3. Akteneinsicht beantragen, bevor Sie sich äußern. Erst wenn bekannt ist, was der Polizei und Staatsanwaltschaft tatsächlich vorliegt, lässt sich seriös einschätzen, wie es weitergeht und ob eine Stellungnahme überhaupt sinnvoll ist.

Was zählt rechtlich als Nachstellung?

Nachstellung liegt vor, wenn jemand einer anderen Person unbefugt und beharrlich nachstellt und dadurch deren Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt. Zwei Begriffe sind hierbei entscheidend:

„Beharrlich“ bedeutet, dass es sich nicht um einen einzelnen Vorfall handeln darf, sondern um wiederholtes Verhalten, das eine gewisse Hartnäckigkeit und Missachtung des erkennbar entgegenstehenden Willens des Betroffenen erkennen lässt. Ein einmaliger, wenn auch unangenehmer Kontaktversuch reicht dafür in der Regel nicht aus.

„Schwerwiegende Beeinträchtigung der Lebensgestaltung“ bedeutet, dass die betroffene Person durch das Verhalten spürbar zu einer Änderung ihrer gewohnten Lebensführung gezwungen wird – etwa weil sie den Wohnort, den Arbeitsweg oder ihre Telefonnummer wechselt oder aus Angst soziale Kontakte einschränkt. Bloße Belästigung oder Verärgerung allein genügt rechtlich noch nicht. Hier bieten sich oft Verteidigungsansätze.

Typische Handlungen, die als Nachstellung gewertet werden können:

  • wiederholtes Aufsuchen der räumlichen Nähe der betroffenen Person, etwa vor deren Wohnung oder Arbeitsstelle
  • beharrliche Versuche der Kontaktaufnahme über Telefon, Nachrichten, E-Mail oder soziale Medien
  • das Bestellen von Waren oder Dienstleistungen unter Verwendung der persönlichen Daten der betroffenen Person
  • das Veranlassen Dritter zur Kontaktaufnahme
  • Bedrohungen, die sich gegen die betroffene Person selbst oder ihr nahestehende Angehörige richten

Digitale Nachstellung (Cyberstalking): Zunehmend praxisrelevant sind auch digitale Begehungsformen wie das Anlegen gefälschter Social-Media-Profile im Namen des Opfers, exzessive Nachrichten über Messenger-Dienste oder der Einsatz von Ortungs-Apps, um den Aufenthaltsort einer Person zu verfolgen. Auch diese Handlungsformen können den Tatbestand der Nachstellung erfüllen.

Welche Strafen drohen bei Nachstellung?

Für eine Nachstellung sieht § 238 StGB Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren vor. In besonders schweren Fällen erhöht sich der Strafrahmen auf eine Freiheitsstrafe von 3 Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt vor, wenn die Nachstellungshandlungen über einen längeren Zeitraum andauern oder eine Gesundheitsschädigung verursacht wird. Wie hoch die Strafe im Einzelfall ausfällt, hängt immer von den konkreten Umständen und Vorbelastungen ab.

Da sich viele Verfahren auf eine reine Aussage-gegen-Aussage-Situation ohne objektive Beweismittel stützen, kann in vielen Fällen eine Einstellung mangels Tatnachweis erreicht werden. Bei Ersttätern und einem einfachen Fall der Nachstellung ist eine Einstellung des Verfahrens auch gegen eine Geldauflage realistisch. In meiner Praxis erreiche ich in vielen Fällen bei der Staatsanwaltschaft Berlin Einstellungen der Strafverfahren – mit oder ohne Geldauflage.

Wie läuft das Verfahren ab?

Nach einer Strafanzeige ermittelt zunächst die Polizei. Werden Sie als Beschuldigter zur Vernehmung geladen oder erhalten Sie einen Anhörungsbogen gilt: Sie müssen sich nicht äußern. Nehmen Sie den Termin nicht wahr und machen Sie keine Angaben. Gleichzeitig sollten Sie sich mit dem Schreiben der Polizei an eine erfahrene Strafverteidigerin wenden. Denn kommt die Staatsanwaltschaft nach Abschluss der Ermittlungen zu dem Schluss, dass ein hinreichender Tatverdacht besteht, erhebt sie Anklage oder beantragt einen Strafbefehl.

Wie erreicht eine Verteidigerin eine Einstellung ohne Gerichtsprozess? Nach Akteneinsicht prüfe ich, ob die vorgeworfenen Handlungen überhaupt die rechtlichen Voraussetzungen der Nachstellung erfüllen und arbeite entlastende Umstände heraus. Diese trage ich der Staatsanwaltschaft in einer schriftlichen Stellungnahme vor. Damit wirke ich auf eine Einstellung – sei es mangels Tatverdachts oder gegen Auflagen – hin, bevor es zu einer Anklage und einer öffentlichen Hauptverhandlung kommt.

Haben Sie bereits einen Strafbefehl erhalten, beträgt Ihre Einspruchsfrist nur zwei Wochen. Handeln Sie in diesem Fall sofort – mehr Informationen dazu finden Sie auf meiner Seite zum Strafbefehl.

Gewaltschutzverfahren: Wenn Zivil- und Strafrecht zusammentreffen

Neben dem Strafverfahren beantragt die angeblich betroffene Person häufig zusätzlich beim Familiengericht eine einstweilige Verfügung nach dem Gewaltschutzgesetz – etwa ein Kontakt- oder Näherungsverbot. Dieses zivilrechtliche Verfahren ist rechtlich eigenständig und läuft parallel zum Strafverfahren, wirkt sich aber häufig gegenseitig aus: Eine im Gewaltschutzverfahren getroffene Aussage kann im Strafverfahren relevant werden und umgekehrt. Werden Sie mit einer solchen einstweiligen Verfügung konfrontiert, sollten Sie diese nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern sich auch hierzu anwaltlich beraten lassen, bevor Sie reagieren oder gar dagegen verstoßen – ein Verstoß gegen ein gerichtlich angeordnetes Kontaktverbot ist seinerseits strafbar.

Nachstellung als Druckmittel bei Trennung und Sorgerechtsstreit

In der Praxis entsteht ein erheblicher Teil der Nachstellungsvorwürfe im Kontext einer Trennung, Scheidung oder eines Sorgerechtsstreits. Hier wird der Vorwurf mitunter gezielt als Druckmittel eingesetzt, etwa um eine für den anderen Elternteil ungünstige Position im Umgangs- oder Sorgerechtsverfahren zu erreichen. Werden Sie mit einem aus Ihrer Sicht unberechtigten oder überzogenen Vorwurf konfrontiert, ist eine besonders sorgfältige, aber auch besonnene Verteidigung gefragt: Es gilt, den tatsächlichen Ablauf der Ereignisse herauszuarbeiten, ohne die ohnehin angespannte familiäre Situation weiter eskalieren zu lassen. Gerade in diesen emotional aufgeladenen Konstellationen ist eine erfahrene, aber auch empathische Verteidigerin von großem Vorteil.

Warum eine spezialisierte Strafverteidigerin?

Nachstellungsverfahren erfordern nicht nur strafrechtliche Fachkenntnis, sondern auch Fingerspitzengefühl. Als spezialisierte Strafverteidigerin verschaffe ich mir zunächst über die Akteneinsicht einen genauen Überblick über die Beweislage und entwickle darauf aufbauend eine Verteidigungsstrategie, die sowohl rechtlich fundiert als auch auf Ihre persönliche Situation zugeschnitten ist. Dabei vertrete ich Sie diskret und ohne moralische Vorverurteilung.

Aus der Praxis: In einem Fall aus meiner Kanzlei wurde einem Mandanten nach der Trennung von seiner Ex-Partnerin Nachstellung vorgeworfen. Nach eingehender Prüfung der Ermittlungsakte konnte ich der Staatsanwaltschaft aufzeigen, dass die vorgeworfenen Kontaktversuche weder die erforderliche Beharrlichkeit noch eine schwerwiegende Beeinträchtigung der Lebensgestaltung erkennen ließen. Das Verfahren wurde daraufhin eingestellt, ohne dass es zu einer Anklage oder Hauptverhandlung kam.

Häufig gestellte Fragen zur Nachstellung

Muss ich zur polizeilichen Vorladung wegen Nachstellung gehen?

Nein, als Beschuldigter müssen Sie nicht zu einer Vernehmung bei der Polizei gehen. Sagen Sie den Termin nicht ab und nehmen Sie Ihr Schweigerecht wahr.

Was tue ich, wenn ich einen Anhörungsbogen erhalten habe?

Füllen Sie den Anhörungsbogen nicht aus. Äußern Sie sich nicht zum Vorwurf und machen Sie von Ihrem Schweigerecht Gebrauch. Kontaktieren Sie eine Strafverteidigerin. Erst nach Akteneinsicht und anwaltlicher Beratung kann entschieden werden, ob Angaben in Ihrem Fall sinnvoll sind.

Steht eine Verurteilung wegen Nachstellung im Führungszeugnis?

Das hängt von der Höhe der verhängten Strafe ab. Bei einer Geldstrafe bis zu 90 Tagessätzen und fehlenden Vorstrafen erfolgt kein Eintrag ins Führungszeugnis, sondern nur in das nicht öffentlich einsehbare Bundeszentralregister. Eine Verfahrenseinstellung wird in keinem Register eingetragen.


Was kostet die Strafverteidigung bei einem Nachstellungsvorwurf?

Das hängt vom Umfang Ihres Falls ab. Ist der Aufwand überschaubar, arbeite ich in der Regel mit Pauschalbeträgen. So wissen Sie von Anfang an, was auf Sie zukommt. Die Kosten für Ihren Fall bespreche ich transparent mit Ihnen in einem ersten Gespräch. Dieses erste Informationsgespräch ist kostenfrei.

Bekomme ich einen Pflichtverteidiger bei Nachstellung?

Bei einem Nachstellungsvorwurf besteht in der Regel kein Anspruch auf einen kostenlosen Pflichtverteidiger. Droht eine erhebliche Freiheitsstrafe kann sich dies ändern – mehr dazu auf meiner Seite zur Pflichtverteidigung.

So erreichen Sie mich schnell und diskret

Sie können mir Ihr Anschreiben von Polizei oder Staatsanwaltschaft gerne vorab als Foto oder PDF zukommen lassen. So kann ich mich noch vor unserem Gespräch mit Ihrem Fall vertraut machen.

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