Gefälschte Krankschreibungen: Erledigung des Strafverfahrens ohne Hauptverhandlung

Das Fälschen oder Einreichen von unrichtigen Krankmeldungen beim Arbeitgeber kann ein Strafverfahren nach sich ziehen. Wer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) fälscht, macht sich wegen Urkundenfälschung (§ 267 StGB) strafbar. Geht es um mehrere Dokumente über einen längeren Zeitraum, werten Ermittlungsbehörden dies rasch als gewerbsmäßige oder mehrfache Tatbegehung – es drohen empfindliche Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen auf Bewährung für die gefälschte Krankschreibungen.

In einem aktuellen Fall wurde meinem Mandanten vorgeworfen, über einen längeren Zeitraum mehrere gefälschte Krankschreibungen bei seinem Arbeitgeber eingereicht zu haben. Durch eine zielgerichtete Verteidigungsstrategie konnte ich die von meinem Mandanten ausdrücklich gewünschte Vermeidung einer öffentlichen Gerichtsverhandlung durch die Erwirkung eines Strafbefehls sichern.

Die Ausgangslage: Mehrfacher Tatvorwurf & drohende Hauptverhandlung

Nachdem der Betrug durch gefälschte Krankschreibungen aufgeflogen war, leitete die Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen Urkundenfälschung in mehreren Fällen ein. Da es sich um eine Serie von gefälschten AU-Bescheinigungen handelte, stand für den Mandanten eine erhebliche Strafe im Raum.

Für meinen Mandanten stand neben dem Ausgang des Verfahrens vor allem eine persönliche Priorität im Vordergrund: Er wollte die psychische Belastung einer öffentlichen Hauptverhandlung vor Gericht um jeden Preis vermeiden und die Angelegenheit diskret beenden.

Rechtlicher Hintergrund zur Urkundenfälschung (§ 267 StGB) & Strafbefehl (§ 407 StPO):

Das Ausstellen oder Verwenden einer gefälschten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kann den Tatbestand der Urkundenfälschung erfüllen. Werden mehrere Bescheinigungen eingereicht, kann ein besonders schwerer Fall vorliegen, was das Strafmaß deutlich erhöht. Ein Strafbefehlsverfahren (§ 407 StPO) ermöglicht es, das Strafverfahren ohne mündliche Gerichtsverhandlung abzuschließen. Die Verhängung einer Geldstrafe per Strafbefehl steht rechtlich einem Urteil gleich, spart den Gang ins Gericht und wahrt die Diskretion.

Die Verteidigungsstrategie: Taktische Verhandlung mit der Staatsanwaltschaft

Nachdem ich mich als Strafverteidigerin bestellt und die Ermittlungsakte gründlich analysiert hatte, ergriff ich folgende Schritte:

  1. Prüfung einer Einstellung: Zunächst trat ich an die Staatsanwaltschaft heran, um die Möglichkeiten einer Verfahrenseinstellung (z. B. gegen Geldauflage nach § 153a StPO) auszuloten.
  2. Wechsel auf die Strafbefehls-Strategie: Da eine Einstellung aufgrund der Mehrzahl der gefälschten Dokumente abgelehnt wurde, lenkte ich das Verfahren gezielt in das Strafbefehlsverfahren (§ 407 StPO). Ich signalisierte der Staatsanwaltschaft die Bereitschaft, eine angemessene Geldstrafe auf diesem Weg zu akzeptieren.
  3. Schutz der Privatsphäre: Durch diesen verfahrensrechtlichen Schritt konnte die Anberaumung eines öffentlichen Gerichtstermins vor dem Amtsgericht erfolgreich verhindert werden.

Das Ergebnis: Erledigung per Strafbefehl ohne Gerichtstermin

Die Staatsanwaltschaft folgte dem Verteidigungsvorschlag und beantragte beim zuständigen Gericht den Erlass eines Strafbefehls. Dieses Vorgehen hatte die folgenden Vorteile für meinen Mandanten:

  • Keine Hauptverhandlung: Der Mandant musste zu keinem Zeitpunkt vor Gericht erscheinen oder vor Zuschauern und Presse aussagen.
  • Erledigung durch Geldstrafe: Das Verfahren wurde rein schriftlich mit der Verurteilung zu einer Geldstrafe abgeschlossen.
  • Schneller Schlussstrich: Mein Mandant konnte das Kapitel rasch, diskret und ohne weitere Belastung für sich abschließen.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Strafe droht bei der Fälschung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (§ 267 StGB)?

Das Gesetz sieht für Urkundenfälschung eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vor. Bei mehreren gefälschten Krankmeldungen kann nicht mit einer Geldstrafe ohne Eintragung im Führungszeugnis gerechnet werden. Ersttäter kommen aber bei einer akribischen Verteidigung meist mit einer Geldstrafe davon, manche auch mit einer Einstellung gegen Geldauflage.

Kann man eine Gerichtsverhandlung durch einen Strafbefehl verhindern?

Ja. Im Strafbefehlsverfahren (§ 407 StPO) setzt das Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft eine Strafe (meist eine Geldstrafe) schriftlich fest. Wenn der Beschuldigte den Strafbefehl akzeptiert und keinen Einspruch einlegt, wird er rechtskräftig – eine öffentliche Hauptverhandlung findet nicht statt.

Vorladung oder Anklage wegen gefälschter Dokumente erhalten?

Werden Sie der Urkundenfälschung, des Betrugs oder der Verwendung gefälschter AU-Bescheinigungen beschuldigt? Handeln Sie besonnen und machen Sie keine voreiligen Aussagen gegenüber der Polizei oder Ihrem Arbeitgeber.

Wenden Sie sich direkt an meine Kanzlei. Als Fachanwältin für Strafrecht prüfe ich Ihre Akte und setze mich dafür ein, Ihr Verfahren schnell, diskret und möglichst ohne Gerichtsverhandlung zu erledigen.

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