Schmuck und Bargeld im sechsstelligen Bereich abgeholt – Bewährungsstrafe nach mehreren Monaten Untersuchungshaft

Am Bahnhof wurde der Mandant von der Polizei kontrolliert. Es wurden mehrere wertvolle Schmucksteine bei ihm gefunden. Mit dem Protokoll der Durchsuchung wandte er sich an Rechtsanwältin Gölzer, die sich als Verteidigerin anzeigte und Akteneinsicht beantragte. Wenige Wochen später wurde der Hintergrund der Polizeikontrolle klar – der Mandant wurde verhaftet und seine Wohnung durchsucht. Ihm wurde vorgeworfen, Teil einer Bande gewesen zu sein, die älteren Menschen vorgetäuscht haben, von der Polizei zu sein und einen bevorstehenden Einbruch abwenden zu wollen. Die Betroffenen sollten Bargeld und Wertsachen vor die Tür legen, damit die vermeintliche Polizei sie abholen könne.

Nachdem Rechtsanwältin Gölzer die umfangreiche Akte bekam, wurde ihr schnell klar, dass ihr Mandant kein Teil dieser Bande war. Er war lediglich einmal als Abholer eingesetzt worden. Das Problem: es wurden Bargeld und Wertgegenstände im sechsstelligen Bereich abgeholt und die Staatsanwaltschaft ging aufgrund umfangreicher Telekommunikationsüberwachung von der Bandenmitgliedschaft des Mandanten aus.

Es verging eine erfolglose Haftprüfung und mehrere Monate Untersuchungshaft, bis eine Hauptverhandlung stattfand. Rechtsanwältin Gölzer hatte vorher die Abtrennung ihres Mandanten beantragt, um eine umfangreiche Hauptverhandlung vor dem Landgericht zu verhindern. Das Gericht stimmte dem zu und eröffnete das Verfahren gegen den Mandanten vor dem Amtsgericht.

In der Hauptverhandlung monierte Rechtsanwältin Gölzer die bis dahin nicht vollständige Akteneinsicht und zweifelte den Wert der abgeholten Schmuckstücke, sowie die Bandenmitgliedschaft ihres Mandanten an. Das Gericht war angesichts der vielen problematischen Punkte bereit, sich über die Strafhöhe zu verständigen. Während die Staatsanwaltschaft sich ausdrücklich gegen eine Bewährungsstrafe stemmte, setzte sich Rechtsanwältin Gölzer für diese ein. Am Ende wurde für den Mandanten alles gut. Er wurde an dem Tag der Hauptverhandlung entlassen und bekam eine Bewährungsstrafe.

Mai 2022

 

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